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Montag, 26. Januar 2015

Die Pause in der Poesie

Guten Abend,

Heute schreibe ich einmal etwas früher, als sonst.

Unser Thema ist die Pause in der Poesie.
Sie kann z.B. 
durch - Bindestriche , Kommata, 
oder Punkte ausgedrückt werden.

Sie hat eine Auswirkung auf die Sprachmelodie, 
die innere Verbindung mit dem Text 
und den Atemstrom.

Im stummen Lesen verschwindet sie oft, 
doch in der gesprochenen Sprache fällt sie auf 
und ermöglicht dem Sprechenden, 
sie wie ein Instrument zu nutzen.
zwei Hauptfunktionen kommen ihr dabei zugute.
1. das Ausschwingen
Erinnern Sie sich noch an Ihre Kindheit, 
wenn Sie selbstvergessen
auf der Schaukel saßen ,
                                   sie ausschwingen liessen
                                                                                     und vor sich hinträumten, 
                                           oder leise summten?

Dieses Nachklingenlassen 
hat auch in der Poesie 
eine sehr tiefe und innige Wirkung.

Wie schön klingt es 
in der 
"Mondnacht"
von
Joseph von Eichendorff

 
 
Es war----
als hätttt--` 
der Himmelll
die Erde
stilll 
geküssssthhh

Eine seltsame Schreibweise, 
doch sie zeigt, 
was ich verdeutlichen möchte,

die Schwebung, 
die durch die Pause entsteht 
und dadurch die Stimmung
der Abendstunde erzeugt.

und nun als zweites

2. Die reflektorische Pause als Luftergänzung

wenn Sie sich den Text der Mondnacht
noch einmal in meiner Verfremdung anschauen, 
dann fallen Ihnen vielleicht 
die vielen Konsonanten 
an den Wortendungen auf.

Da gibt es in diesem Beispiel 
die T t t`s und die L l l`s.
Beides sind Konsonanten, 
die man durch das Heben der Zungenspitze 
an den oberen Gaumen 
dicht hinter den Schneidezähnen
erzeugen kann.
Was man hebt 
kann auch wieder gesenkt werden, 
oder fallen, 
und zwar auf dem Mundboden .
Dadurch macht es den Weg
für die Luft frei, 
die nun 
in einem kleinen Moment 
einströmen kann, 
wie ein Reflex,
der uns ermöglicht 
frei von Atemnot weiterzusprechen, 
die Artikulation(Aussprache) zu verbessern 
und damit auch die Gestaltung unseres Textes.

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